Das Corona-Jahr im Frauenhaus

Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2021 blickt das Frauenhaus Duisburg in Trägerschaft des Ev. Christophoruswerkes auf ein sehr bewegtes Jahr zurück. Denn auch im Frauenhaus Duisburg hatte die Corona-Pandemie im Jahr 2020 massive Auswirkungen in allen Bereichen. So war es nicht mehr möglich, Gruppentermine zu veranstalten, Ausflüge zu machen oder gemeinsame Feste zu feiern. Auch die regelmäßigen Besprechungen mit allen Bewohnerinnen konnte nicht mehr stattfinden. Gerade die Termine, in denen die Bewohnerinnen und Kinder wieder Kraft und neuen Lebensmut tanken können, mussten ausfallen. Die Begegnungen der Mitarbeiterinnen mit den Frauen waren geprägt vom Tragen der Masken in den Gemeinschaftsbereichen und Fluren des Frauenhauses. Während der Beratung schauen die Frauen die Sozialarbeiterinnen durch eine Plexiglas-Scheibe an, alles wirkt distanzierter. Die Kinderbetreuung kann nur noch nach Bedarf für Kinder aus einer Familie gleichzeitig gewährt werden. Auch hier ist kein Gruppengeschehen mehr gegeben.

Insgesamt fanden im Jahr 2020 89 Frauen und 123 Kinder Schutz im Frauenhaus Duisburg. Für die Aufnahme ins Frauenhaus brachte die Corona-Pandemie aber deutliche Hürden mit sich. So konnten zum Beispiel Frauen, die erst kurz vor der Platzanfrage von einer Reise zurückgekehrt waren, nicht aufgenommen werden, weil vorher die Quarantäne eingehalten werden musste. Bei  411 Platzanfragen war das Frauenhaus Duisburg gezwungen die Aufnahme zu verweigern. Bei nur 23% davon war die Vollbelegung der Grund für die Ablehnung. In 77% spielten andere Gründe eine Rolle, zum Beispiel, wenn der Täter zu nah am Frauenhaus wohnt oder wenn es wegen der Corona-Pandemie Gründe für die Ablehnung gab.

Auch die Suche einen Frauenhaus-Platzes war während der Lock-Downs für die Frauen deutlich schwieriger. Wenn der Täter im Homeoffice oder nach Jobverlust den ganzen Tag zu Hause ist, hat die Frau schlicht keine Möglichkeit, unbemerkt in einem Frauenhaus anzurufen. Auch Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen, in denen Frauen um Hilfe bitten könnten, standen zu den Zeiten nicht zur Verfügung. So hatte das Frauenhaus im Jahr 2020 eine Belegungsquote von „nur“ 91%. In den Vorjahren lag diese zwischen 95% - 105%. Sehr erfreulich ist, dass bis dato kein positiver Corona-Fall im Frauenhaus aufgetreten ist. In Zwei Fällen musste eine Quarantäne eingehalten werden, bis ein negatives Test-Ergebnis vorlag. Dies konnten die Frauen und Kinder in Quarantäne mit der Hilfe der Mitarbeiterinnen gut bewältigen.

Neben den bereits bestehenden Herausforderungen in der Frauenhausarbeit, wie dem adäquaten Schutz vor Gewalt und der schwierigen Finanzierung der Einrichtung, liegt der Fokus für 2021 auch weiter auf den erforderlichen Hygienemaßnahmen, einer ausreichenden Informationsweitergabe zu den aktuellen Bestimmungen und der Unterstützung von Menschen mit wenig Ressourcen zur weiteren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Infos zum Frauenhaus gibt es hier www.frauenhaus-duisburg.de.