Jubiläums-Festwoche: Schön war´s

70 Jahre Ev. Christophoruswerk war der Anlaß für eine vielseitige, bunte, fröhliche, besinnliche, politische und auch Menschen verbindende Festwoche, die für alle, die sich auf unterschiedlichste Weise  dem Ev. Christophoruswerk nahe fühlen, etwas zu bieten hatte - und die gleichzeitg Gelegenheit bot DANKE zu sagen. Finden Sie hier eine kleine Rückschau in der Chronoligie:

Samstag, 06.10.2018 - Dankgottesdienst
Auftakt der Festwoche war ein Dankgottesdienst im Jochen Klepper Saal mit dem Thema „Auf gutem Grund.“ – der die Wurzeln, die christlichen Werte und somit die Basis allen Tuns und Lassens im Ev. Christophoruswerk verdeutlichte: Nächstenliebe, Respekt, Achtung der individuellen Würde, ein achtsames Miteinander. Die Predigt hielt Superintendent Armin Schneider. Für den Gottesdienst war ein Projektchor gegründet worden, der den Querschnitt der im Christophoruswerk lebenden und arbeitenden Menschen wiederspiegelte: Bewohner (mit und ohne Rollstuhl und Rollator), Mitarbeiter aus Pflege, Sozialem Dienst, Einrichtungsleitung, Sozialstationen und Verwaltung, Mieter, Mitarbeitervertretung (MAV), Ehrenamtliche, Ehemalige. Vertreter der Stadt war Bürgermeister Volker Mosblech, der in seinem Grußwort den Beitrag des Christophoruswerkes für die Stadtgesellschaft würdigte – die über die Jahrzehnte wahrgenommene Verantwortung für Menschen jedweder Herkunft und sozialer Situation, die konzeptionelle Entwicklung und oftmals inhaltliche Vorreiterrolle des Werkes (die ersten Demenzcafés Duisburgs , die ersten Seniorenberatungsstellen, das erste ev. Frauenhaus Deutschlands, das Fachseminar für Altenpflege zur Sicherung der Qualität in der Pflege…)

Samstag, 06.10. 2018 – Herbstfest
Im Anschluss an den Gottesdienst fand das große Herbstfest rund um die Glockenwiese im Zentrum des Christophoruwerkes für Bewohner, Angehörige, Nachbarn, Freunde, Meidericher, Mitarbeiter etc. – kurzum für jeden statt. Ein buntes Treiben mit kulinarischen Schmankerln, schönen Verkaufs- und Informationsständen und einem abwechslungsreichen musikalischen Programm – der Männergesangverein aus Walsum bot sein klassisches wie beliebtes Repertoire, im Offenen Singen, das zwei Mitarbeiter aus dem Sozialen Dienst und der Verwaltung leiteten, weckten Schlager aus den 30er bis 60er Jahre viele Erinnerungen. Ein ausgelassenes Fest mit sehr gutem Besuch, strahlendem Wetter und fröhlicher Stimmung – ein schönes Miteinander.

Dienstag, 09.10.2018 – Festakt im Jochen Klepper Saal mit Minister Laumann
Minister Laumann gratuliert dem Christophoruswerk zum 70jährigen Bestehen. Was 1948 in einer alten Wehrmachtsbaracke unter einfachsten Bedingungen begann, ist heute ein modernes Sozialunternehmen der Altenpflege, das früher wie heute seine Verantwortung in der Duisburger Zivilgesellschaft wahrnimmt – mit Herz, Verstand und aus Nächstenliebe. Das war auch das Credo in den Glückwünschen der Stadt Duisburg, die von Sozialdezernent Thomas Krützberg überbracht wurden, aber auch das der Einleitungsworte zum Festvortrag des NRW Ministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann. Beide waren zusammen mit Christophoruswerk Vorstand Ulrich Christofczik Teilnehmer der sich an den Festvortrag anschließenden Podiumsdiskussion. Landespolitik traf auf Praxisrealität und kommunale Bedingungen, was zu einer spannenden, offenen und direkten Diskussion führte. In aller Deutlichkeit erklärte der Minister die Aufgabe des Vorrangs von ambulanter vor stationärer Pflege, die noch für seine Vorgängerin unumstößliche politische Maxime war. Der Minister vertrat damit deutlich die seit Jahren auch auf Bundesebene vertretene Position von Vorstand Christofczik, dem die gleichberechtigte Bandbreite der pflegerischen Angebote wichtig ist: „Nichts ist besser oder schlechter – wichtig ist, das jeder Hilfesuchende in jeder Lebenslage die für ihn passende Unterstützung bekommen kann – und da ist dann auch ein Gelände wie das Christophorus Quartier mit seiner dörflichen Struktur ein zeitgemäßer und lebenswerter Baustein.“ Der Minister formulierte das plakativ wie persönlich so: „Abgeschoben ist man nicht, wenn man in eine Pflegeeinrichtung kommt, abgeschoben ist man erst dann, wenn man dort nicht mehr besucht wird.“ Zweites wichtiges Statement Minister Laumann war die Stärkung der Pflege insgesamt, was z.B. durch die Stärkung der Position der Pflegedienstleitungen, der qualitativen Verbesserung der Pflege von breiterem pflegerischen Wissen (Generalistik) bis hin zu akademischen Ausbildungsmöglichkeiten und einer Verbesserung der Finanzierung der Fachseminare erreicht werden soll. Ebenso forderte der Minister eine flächendeckende tarifliche Bezahlung der Fachkräfte, was im Ev. Christophoruswerk incl. betrieblicher Altersvorsorge bereits seit Jahr und Tag der Fall ist. Die angeregte Diskussion mit dem Minister ging auch noch gut eine Stunde nach offiziellem Ende der Veranstaltung weiter, denn der Minister war unübersehbar offen für die pflegepraktischen und kommunalen Realitäten vor Ort. Die anwesenden hatten keineswegs die Idee einem routiniert abgehandelten Pflichttermin beizuwohnen, sondern fühlten sich durch echtes Interesse wertgeschätzt. Ein gelungener Abend im Rahmen der Feierlichkeiten zum 70jährigen Bestehen des Ev. Christophoruswerkes.

Mittwoch, 10.10.2018 – Friedensgebet an der Glockenwiese
Zur Mitte der Festwoche und in der Mitte des Christophorus Quartiers in Duisburg-Meiderich an der Glockenwiese, wollte das Evangelische Christophoruswerk noch einmal einen geistlichen Impuls setzen. Das Friedensgebet ist eine regelmäßige Veranstaltung der Seelsorge im Evangelischen Christophoruswerk, die jedes Mal in einer anderen Einrichtung stattfindet und somit über die Zeit alle Häuser, Bewohner- und Mitarbeiterschaft erreicht. Thematisch in Texten und Liedern spannte sich der Bogen vom Frieden mit dem Nächsten bis hin zum Frieden in der Welt - also von sehr persönlich bis global. Die Resonanz am Mittwoch war überwältigend groß. Das Friedensgebet traf offensichtlich den Nerv der etwa 120 Teilnehmer, überwiegend aus Bewohnerschaft, Mitarbeitenden und Mietern. Gerade in der stillen Friedensminute, als die große Glocke im Zentrum des Christophoruswerkes erklang und jeder seinen persönlichen Gedanken nachging, war eine innere Verbundenheit aller zu fühlen – ein echter Gänsehautmoment. Es zeigte sich die Erkenntnis, dass jeder Mensch doch ein Teil zum Frieden in der Welt beitragen kann, denn was in kleinen Schritten im direkten Umfeld beginnt kann Kreise ziehen - mit Gottes Hilfe.

Donnerstag, 11.10.2018 – Benefizkonzert für Christophorus Stiftung und Frauenhaus
Ein musikalisches Dankeschön an Stifter und Spender der Christophorus Stiftung und des Frauenhauses Duisburg. Der Abend war eine Hommage an Ella Fitzgerald durch die Jazz-Sängerin Simone Helle, am Flügel Niclas Floer und Boris Becker an Drums & Percussion. Die Bandbreite der Klangfarben in Simone Helles Stimme und das begeisternde Zusammenspiel mit ihren Musikerkollegen riss die Besucher förmlich von den Stühlen. Zuvor hatte Karin Bartl, Leiterin des Frauenhauses Duisburg, in ihrem Grußwort auf das 40jährige Bestehen des Frauenhauses hingewiesen. Sie blickte dankbar auf die vielen Unterstützer durch 4 Jahrzehnte zurück, verwies aber ebenso auf die unzureichende Finanzierung des Frauenhauses durch das zuständige NRW-Ministerium, was einen steten Kampf um ausreichend Spenden bedeutet, um die fehlenden Personalkosten und Sachkosten decken zu können. Die Zeit für die Spendenaquise fehlt umgekehrt in der Arbeit mit den gewaltbetroffenen Frauen. Anschließend verwies Christina Lecke, 1. Vorsitzende der Christophorus Stiftung auf die 9jährige Tätigkeit der Stiftung – eine wertvolle Unterstützung für Projekte, die ansonsten nicht gegenfinanziert werden könnten – Beispiele: Aufbau der Hospizarbeit im Seniorenzentrum Haus Rosental in Bonn, Anlegen eines Demenzgartens im Seniorenzentrum Röttgersbach, Einrichten eines Wellnessbades für Menschen mit einer Demenz im Bodelschwingh Haus in Meiderich.

Freitag, 12.10.2018 – Großes Mitarbeiterfest im Landschaftspark Nord
Ein Dankeschön an die Mitarbeiterschaft, die mit großen Engagement, fachlicher Qualität und oft seit vielen, vielen Jahren ihren täglichen Dienst am Menschen im Ev. Christophoruswerk tun. Angemeldet haben sich über 600 Mitarbeiter – der Rest hat Dienst in den Einrichtungen. Von der MAV organisiet bot die Gebläsehalle die perfekte wie ungewöhnlilche Kulisse - die Stimmung war großartig - die Band "On Tuesday" super, Essen und Getränke ließen keine Wünsche offen - ein Fest, bei dem sich die vielen Kolleginnen und Kollegen aus allen Häusern und von allen Töchtern miteinander verbunden fühlten, miteinander gefeiert, gequatscht, gelacht und getanzt haben. Es wird vielen in bester Erinnerung bleiben.

Eine rundum schöne Woche mit vielen Begegnungen und bereichernden Augenblicken.

Fotos: Ev. Christophoruswerk